Anglerforum
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Ich bin, was segeln angeht ziemlich unerfahren. Bin also noch nicht alleine bzw. als Verantwortlicher auf dem Meer gesegelt (SBF See - Praxis im Rhein erledigt - natürlich auf einem kleinen Motorboot). Mache gerade die SKS - Theorie und im Herbst wohl den Praxislehrgang. Bin mal als Crew eine Woche auf der Nordsee und dem Ijsselmeer gesegelt (auf der Vertrouwen: http://blueplanetsail.de/front_conte...=322&idart=587).
Es ist also noch viel zu tun vor einer Weltumsegelung, dessen bin ich mir durchaus bewusst, allerdings ist das eines meiner Fernziele. Meine Fragen sind nun:
1. Wieviel Praxiserfahrung sollte man dazu haben?
2. Kann man es direkt allein Versuchen oder besser erstmal mit Crew?
3. Was kostet es, ein Boot dafür zu Chartern - da ich keins habe?
Zugegeben, das klingt alles recht naiv: "Ich hab keinen Plan aber will mal um die Welt segeln." Ich hatte früher auch stets geglaubt, dazu sei jahrzehntelange Erfahrung nötig. Allerdings war ja nun in den Medien, dass eine 14jährige allein die Welt umsegelt. Ich vermute, sie wird auch seit Jahren segeln, aber da sie erst 14 ist, kann sie ja auch ncoh nicht allzu lange geübt haben. Das ist auch die wichtigste meiner Fragen: Jetzt ist 2010. Für welches Jahr könnte ich ein solches Vorhaben in Angriff nehem, wenn ich etwa 6 bis 10 Wochen im Jahr segeln kann. (Das 14jährige Mädchen ist auch schulpflichtig und kann daher auch maximal 12 Wochen - Schulferien - pro Jahr geübt haben.).
Oder ist es gar so, dass sich das ganze sogar einfacher darstellt als ich das glaube. Schließlich ist segeln in der Nordsee genau so wie segeln in der Südsee (nur dass die Sonne mittags aus der anderen Richtung kommt )
Reicht also eine sichere beherrschung des Bootes aus und dann kann es losgehen? Ich stelle mir das so vor wie mit dem Auto. Wenn ich auf deutschen Straßen fahren kann, kann ich das auch auf Chinesischen, da die Bedienung des Autos die selbe ist.
Also wie ihr merkt, habn ich noch nciht so richtig Ahnung. Von: "1 Woche mit dem Boot üben" bis "10 Jahre Segelpraxis" würde ich daher alles für möglich halten.
Grüße
Der Segelnoob
PS: Das Forum ist ziemlich groß, daher denke ich, dass es so ein Thema schon einmal gab. Wenn dem so ist, wäre ich als Antwort für den entsprechenden Link dankbar.
Ich frage mich, wie Du auf die Idee kommst, die Welt zu umsegeln? - Dafür haben die meisten sicherlich die einschlägige Literatur gelesen - und derer gibt es genug! Die meisten Deiner Fragen sind dann automatisch beantwortet.
Zum Beispiel "Vom Alltag in die Südsee" beschreibt, dass man nicht viele Jahre auf hoher See als Kapitän zur See gefahren sein muss, um mit einer Yacht solch eine Reise zu starten (zumindest, soweit ich mich erinnere war das in dem Buch).
Fang einfach erst einmal an mit "Scheinen" und mach weiter mit dem Mitsegeln; wann Du es Dir selbst zutraust, merkst Du dann von ganz allein.
Und ein Schiff um die Welt chartern? - Kaum vorstellbar, dass das wirtschaftlich sein kann oder überhaupt möglich ist.
Liebe Grüße - Thomas
PS: Oder mach' wie ich im letzten Jahr erst mal "kleinere" eigenverantwortliche Törns: Ein Segelsommer auf der Adria
Danke, das Buch werd ich mir mal zulegen.
Die Idee hatte ich zum ersten mal vor nem Jahr, als das in den News war, als die damals noch 13jährige Schülerin die Welt umsegeln wollte. Da dachte ich mir, dass das auch mal was für mich wäre. Daher hab ich kein entsprechendes Buch gelesen. Hab dann dieses Frühjahr SBF See gemacht und beschäftige mich eben mit der SKS Theorie.
Ist es überhaupt sinnvoll, SSS und SHS zu machen? Also lernt man da noch was, was unbedingt nötig ist?
"Kleinere" Törns würde ich ohnehin zunächst machen. Ich will ja nicht direkt um die Welt fahren. Das ist eben ein Fernziel.
Also, danke nochmal. Das Buch werd ich mir gleich mal bestellen.
Ich hätte da nochmal ne wichtige Frage.
Ist die Optima 101 hochseetauglich? Ich hab sie gebraucht (BJ. 1984) für ca. 30.000 € gesehen. Wenn sie hochseetauglich ist, ändert das einiges. Da ich (mein Nick sagt es ja, ich hab noch nicht so viel Ahnung) bisher immer davon ausging, ein hochseetaugliches Segelboot sei unter 6stelligen Beträgen nicht zu bekommen. Wenn die Optima 101 hochseetauglich ist, kann ich finanziell ganz anders planen. Und das ganze (sofern es denn mit den kleineren Törns in Nord- und Ostsee klappt und sich alles positiv entwickelt) schon in 2 oder 3 Jahren starten.
Kurze Antwort, ob das Boot für ne Fahrt über den Teich ausreicht (Ja oder Nein reicht im Prinzip) wäre super!
ob einen bestimmten boot hochsee tauglich ist liegt in meine erfahrung nicht am rumpf sondern am takelage segel usw ..es sind viele kleineren booten ueber den teich gesegelt und sogar gerudert..
ich denke das der wichtigste dabei is der ehrgeiz und verlangern...
wunsche viel gluck in deine projekt ..schreib mal ab und zumal einen bericht hier..
Danke für die Antwort.
Allerdings hab ich beim SBF gelernt, dass es die vereschiedenen CE Klassifizierungen gibt 1-4 oder A-D. Dann müsste man es doch anhand der CE-Klassifizierung erkennen können, ob das Boot bei der Inbetriebnahme nach bestimmten EU Normen hochseetauglich war. Problem könnte bei einem Boot von 1984 natürlich sein, dass es das CE-Zeichen noch nicht gab. Das weiß ich nicht. In dem Buch, was mir Segelfilmer empfohlen hat, reisen die beiden mit einer Ovni30. Die ist aus Alu, ist aber sogar 1 m kürzer und paar cm schmaler als die Optima. Daher dachte ich, wenns mit der Ovni30 geht, gehts bestimmt auch mit der Optima 101. Da ich die Ovni30 online nicht unter 70.000 gefunden hab. Was macht sie im Vergleich zur Optima eigentlich so teuer? Ist es nur das Alu des Rumpfes? Ich hab grad mal nachgeschaut, der AluPreis ist bei ca. 2.000 $ also 1600 € pro Tonne. Also kann das Material an sich den Preisunterschied doch nicht ausmachen.
Ich frage mich nämlich generell auch, wie man herausfindet, welches Boot man schließlich benutzen soll.
Ich werd sicherlich ab und zu mal schreiben, wie es läuft. Allerdings ist das halt so eine Langzeitidee. Und ich wäre auch sicherlich nicht der erste, der es doch nicht macht. Es muss halt finanziell und beruflich passen. Aber da bin ich momentan optimistisch.
Als nächstes steht immernoch SKS auf dem Programm.
Außerdem plane ich - wenn ich es denn schaffe, das zu realisieren - Laptop udn Solarzelle mitnehmen, dazu Iridium Satellitentelefon und Datenverbindung. Dann könnte man täglich bloggen und Bilder hochladen. Oder vielleicht auch wöchentlich.
Leider bisher alles nur schöne Ideen. Man sollte da auch Schritt für Schritt denken. Als nächstes freu ich mich dann erstmal auf den 2 Wochen Praxiskurs zum SKS.
Kriterien für ein Boot, das um die Welt segelt? Hm... ich schreib Dir mal was ich da nehemen würde:
Bootsgewicht nicht unter 6 tonnen.
Langkieler oder zumindest ein gemässigter LK. Du schläfst auf dem Boot und ein Langkieler taucht weicher in die Wellen ein. Irgendwas mit einem S-Spant anstatt einem Rundspant. Ist auch kursstabiler und der Autopilot / Windfahne muss nicht soviel arbeiten.
Schmale Einzelkojen damit Du auf See nicht hin- und herrollst.
Nicht zu große Räume unter Deck damit Du überall schnell Halt findest.
Ausreichende Stauräume
Wassertank für mind. 250 Liter pro Person
Keine großen Glasaufbauten (ein Wellenschlag bricht Dir das vielleicht weg)
Stattdessen kleine Bullaugen.
Verbindung Kajütaufbau zum Deck gesund und fest und vor allem dicht.
Mehr als 30000,- muss ein Boot nicht kosten. Aber ich würde mind. nochmal die gleiche Summe für die Ausrüstung veranschlagen.
Im Grunde kannst Du mit fast jedem Boot lossegeln, mit dem Du auch über die Ostsee segeln kannst.
Eine Atlantiküberquerung ist keine große Sache sofern Du Dich an die Passatroute hältst. Pazifik, Ind. Ozean kenne ich nur aus Erzählungen. Wenn Du aber zur richtigen Jahreszeit im richtigen Seegebiet unterwegs bis, hast Du meistens gutes Segelwetter. Plane die Reise nach dem Kalender. Aber auf starken Wind solltest Du Dich immer einstellen. Das gute auf großen Ozeanen sind die sehr sehr langen Wellen. 4-5m sind die Regel, aber eben 50m lang. Das kann jedes Boot. Allerdings wird die Sache anders, wenn ein Sturm gegen eine alte Dünung läuft. Dann wirds schnell steiler und die Wellen brechen sich. Daher sollte das Boot wasserdicht sein !!! Und zwar von allen Seiten.
Zum Rigg: ein Rigg für Langfahrt ist kein Hochleistungsrigg. Gut verstagt mit kräftigen Wanten, vielleicht Maststufen, damit Du auch mal hochkannst, den Mast nicht zu lang, kürzer ist besser. Du wirst die meiste Zeit mit raumen, achterlichen und halben Winden segeln. Da braucht man kein Boot, das 30° and den Wind geht. Stattdessen sollte bei einer hohen Dünung von achtern kein Wasser ins Cockpit fliessen. Ausreichender Auftrieb im Heck ist also wichtig.
Seh Dir mal den Rumpf einer Colin Archer an. Das ist ein super Weltumseglerboot. Es gibt verschiedenste Ausführungen.
Ich hab da auch noch ne ganz praktische Frage, die mit Segeln an sich gar nicht direkt was zu tun hat. Wie ist es mit der Einreise in Länder, die Visumspflicht haben?
Bei einer langen Reise kann man ja vorher nicht genau wissen, wann man wo ist. Außerdem ergeben sich sicherlich auch manchmal Änderungen in der Route. Man kann also vorher nicht alle Visa rechtzeitig beantragen.
Gibt es da Sonderregelungen für Boote? Oder kann ich dann nicht in Länder, für die ich ein Visum brauche? Oder die neue Regelung in den USA (man muss sich ja vorher online anmelden). Wie löst man das Problem als Weltumrunder?
Bezüglich Einreise wendest Du Dich am besten an die jeweiligen Botschaften / Konsulate der betreffenden Länder.
Soweit ich weiss, gibt es da Unterschiede ob Du auf dem Seeweg kommst oder mit dem Flugzeug.
Das ist aber ein Problem, das andere vor Dir auch schon gelöst haben. Dazu gibt es im Netz auch diverse Weltumseglerforen.
Halt uns mal auf dem Laufenden... was die weitere Entwicklung Deines Projektes angeht...