Anglerforum
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Auf Segeltörns ist die schlimmste Krankheit wohl die Seekrankheit. Es ist einem so übel wie nie und man möchte am liebsten sterben. Einige von euch haben dieses Gefühl wohl schon einmal erlebt.
Ich schreibe eine Arbeit zum Thema Seekrankheit und bin auf Mithilfe angewiesen.
Deshalb bitte ich alle Sailways-Member, die schon einmal seekrank waren oder etwas zu dem Thema wissen, zu antworten.
Bitte gebt folgendes an:
-Ob ihr schon einmal seekrank wart
-Wenn ja, wie oft ihr schon seekrank wart
-Eine kurze (nicht so ausführliche =)) Beschreibung eures Zustands
-Was habt ihr damals dagegen getan?
-Was hilft euch, wenn ihr seekrank seid (Medikamente und Alternative Methoden)
-Habt ihr schon einmal etwas von der Histamintheorie und der Behandlung mit Vitamin C gehört, wenn ja was
-Habt ihr schon einmal etwas von der Atemtechnik von Prof. Gresty gehört, wenn ja was
-Was ihr sonst noch zum Thema sagen wollt
Ich wäre um eine grosse Teilnehmeranzahl sehr froh!
Liebe Grüsse
Seekrankheit
ehe Dir keiner antwortet, will ich es mal tun, wenn es auch nicht sehr hilfreich ist. Finde ich aber ganz interessant, daß Du Dich damit beschäftigst.
- ich habe schon von Prof. Gresty gelesen - stand mal was bei Yacht.de
- daß Vitamin C helfen soll, ebenso Ingwer kauen kenne ich
- diese Akupunktur-Armbänder kenne ich - aber ebenso wie bei Vitamin C niemanden, der damit Erfahrungen hat. Ich hab mir mal welche prophylaktisch zugelegt, aber nicht gebraucht (zum Glück).
- Daß man Histamin meiden soll hab ich auch gelesen und kann ich gut verstehen, allerdings ist das recht schwierig, da man ja an Bord gemeinhin gerne mit Tomaten (histaminreich!) kocht...
- gleiches trifft auf das Koffein im Kaffee zu...
- Auf meinem letzten Törn vor zwei Wochen (Bretagne, Biscaya) hatte ein Mitsegler Scopoderm mit, allerdings schon prophylaktisch genommen und wer weiß ob er es überhaupt gebraucht hätte - war einer seiner ersten Törns.
- Früher mal hatte irgendein Mitsegler (mir nicht bekannte) homöopathische Tropfen mit, die er immer auf Würfelzucker einnahm - angeblich half das gut.
- Ich selber hatte bisher nur mal bei ziemlich unangenehmem Seegang am ersten Tag ein flaues Gefühl unter Deck. Beim Rausgehen war es weg, konnte problemlos was essen und vier Stunden Wache machen, danach war es auch unter Deck kein Problem mehr.
- Ich denke: man darf in der Situation nicht zu sehr daran denken, daß man seekrank werden könnte, dann wird man es auch. Und generell Angst haben sollte man wohl auch nicht, aber das hängt ja dann auch mit dem Histamin zusammen.
- Hab mal vor Jahren im Netz ein pdf-file gefunden, wo die Seekrankheit mit der Frequenz und der Wellenlänge (und...??) korreliert wurde - ich glaube ein englischer Text. Konnte ich aber leider nicht wiederfinden.
Viel Spaß und Erfolg beim weiteren Informationensammeln,
-malti
Zitat:
Zitat von Seekrankheit
Hallo Leute
Auf Segeltörns ist die schlimmste Krankheit wohl die Seekrankheit. Es ist einem so übel wie nie und man möchte am liebsten sterben. Einige von euch haben dieses Gefühl wohl schon einmal erlebt.
Ich schreibe eine Arbeit zum Thema Seekrankheit und bin auf Mithilfe angewiesen.
Deshalb bitte ich alle Sailways-Member, die schon einmal seekrank waren oder etwas zu dem Thema wissen, zu antworten.
Bitte gebt folgendes an:
-Ob ihr schon einmal seekrank wart
-Wenn ja, wie oft ihr schon seekrank wart
-Eine kurze (nicht so ausführliche =)) Beschreibung eures Zustands
-Was habt ihr damals dagegen getan?
-Was hilft euch, wenn ihr seekrank seid (Medikamente und Alternative Methoden)
-Habt ihr schon einmal etwas von der Histamintheorie und der Behandlung mit Vitamin C gehört, wenn ja was
-Habt ihr schon einmal etwas von der Atemtechnik von Prof. Gresty gehört, wenn ja was
-Was ihr sonst noch zum Thema sagen wollt
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Liebe Grüsse
Seekrankheit
antwWenn ich seekrank war, ging immer ein zu großer "Histamingenuß" in Form von Salami oder Rührei voraus. Es reicht auch schon das Brötchen machen mit derartigen Belägen für den Rest der Crew oben im Cockpit. - Der starke Geruch von Wurst + Schaukelei unten im Salon können eine erste Übelkeit auslösen, die sich dann zur (leichten) Seekrankheit ausweitet.
Deswegen lasse ich solche Sachen morgens beim Frühstück weg und bei erwarteter Schaukelei meide ich auch Koffein in Form von Tee oder Kaffee.Eine Vitamin C-Tablette nehme ich auch vorsorglich. Damit wurde ich nie wieder seekrank. Ach ja - das Ruder übernehmen, wenn man meint, dass einem bald schlecht wird. Eine Aufgabe und Verantwortung hilft ungemein!
wir waren 13 Jahre auf großer Fahrt mit unserem Katamaran FAN CHUAN.
Grundsätzlich wurde ich nach dem Auslaufen für 2-3 Tage seekrank. Von 1994 bis 2001 habe ich wohl alles ausprobiert was bekannt ist. Auch eine Akupunktur mit 10 Sitzungen in Trinidad und Kräuterbeutel auf der Brust beim Auslaufen, alle gängigen Medikament und auch das Armband für Akupressur, aber nicht hat geholgen. Nach 2-3 Tagen auf See, je nach Seegang, war dann alles in Ordnung und ich konnte für den Rest des Törns auch kopfüber im Motorraum einen Service bei schwerer See machen.
Nach unserer Ankunft 2001 in New Zealand habe ich erfahren, dass in Paihia (Northland) eine Pharmacy ist die eine Spezialmedizin gegen Seekrankheit mit dem Namen "Paihia Bomb" verkauft. Die Medizin besteht aus 2 verschiedene Kapseln die im Abstand von jeweils einer Stunde eingenommen werden müssen und dann für 24 Stunden wirkt. Die erste Kapsel muss 1 Stunde vor dem Ablegen eingenommen werden, die 2. Kapsel beim Auslaufen. Die Zusammensetzung der Medizin ist nicht bekannt, diese Pharmacy versendet die Kapseln in kleinen Mengen weltweit.
Seit ich die "Paihia Bomb" einnehme hatte ich keine Probleme mehr mit Seekrankheit.
Viele Erfahrungsberichte erhält man wenn man "Paihia Bomb" bei Google sucht. Die Medizin ist in Oceanien allgemein bekannt. Die Adresse der Pharmacy ist unter folgendem Link sichtbar:
Hi, so richtig schlecht ist meinem Bruder und mir vor viiiiielen vielen Jahren im Kindesalter geworden, nachdem wir ewig ganz vorn auf der Spitze einer Motoryacht bei meterhohen Wellen unseren Spaß gehabt hatten. Bruder hat damals dann auch die Fische gefüttert, ich habe mich still leidend unter Deck in meine Koje begeben.
Seitdem kenne ich bei extremstem Seegang - vor allem unter Motor und unter Deck - nur noch selten ein leichtes Unwohlsein im Magen...
Man sollte allerdings bei bewegter See auch nicht unbedingt kopfüber das Klo putzen oder ähnliches.
Helfen tut auf jeden Fall frische Luft und auf das Wasser zu gucken. Beschäftigt sein, am besten ans Steuer!
An Medis haben wir mit Cocculus erstaunliche Erfahrungen gemacht - und ich bin überzeugt davon, dass die innere Einstellung sehr viel ausmacht. Wer felsenfest behauptet, jedenfalls seekrank zu werden, der schaft das auch.
Bin selber nur einmal seekrank geworden:
nach einer durchzechten Nacht, Auslaufen gegen 2m Süddünung mit einschlafendem Wind, drückende Hitze, nach 10' "Gegenan"-motoren: Motor streikt, Wasserabscheider voll Wasser, - da hat es mich erwischt.
Nach Magenentleerung ging es wieder zur Reparatur.
Meine Erfahrungen mit Seekranken:
Es helfen nur Medikamente, prophylaktisch, vorher Ausprobieren wegen der Nebenwirkung (hauptsächlich Müdigkeit), mindestens alle 6 h nachdosieren.
Die Histamin-Story ist nur Theorie: Kinetose läuft über H1-Rezeptoren im Kleinhirn, aber Histamin ist ein körpereigener Neurotransmitter, den kann man nicht einfach entfernen.
Die Seekranken können Optik- und Gleichgewichts-Sinneindrücke nicht entkoppeln: -> Übelkeit und Erbrechen. Für leichte Ausprägung: Einsatz des Gefährdeten als Rudergänger: muss dadurch Kimm im Auge behalten.
Falls unter Deck: sofort flachlegen und Augen schliessen, damit Optik-Eindrücke abschalten. Im Drehpunkt des Schiffes: am Boden beim Niedergang.
Da hilft auch gute Psychologie, Homöopathie und Akupressur. Generell: Vermeidung aller Zusatzreize, (wenn möglich): Schlafmangel, Hunger, Durst, Hitzestau, Kälte, Stress, Angst.
- und drauf hoffen, dass dem Betroffenen bald "Seebeine wachsen" -
in der Tat: manche gewöhnen sich ans Geschaukle, die wirklich stark Empfindlichen eigentlich nie.
lg flo82
Hallo
habe das zum Glück nur einmal erlebt, bei einem Mega Sturm auf den Kanaren. Habe dann Travell genommen, ein Riesenfehler! War total weggetreten und hatte immer das Gefühl, aus einem fahrenden Eisenbahnwagen aussteigen zu müssen.
Später keine Beschwerden mehr, jedoch habe ich prophylaktisch immer Cocculus-Kügelchen genommen, wenn ich das Gefühl hatte, die Situation könnte kritisch werden