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Segel Logbuch - Reiseberichte, Seemansgarn und Törn-Stories

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Alt 29.10.2009, 13:50   FKK-Segel-Törn Beitrag #1
Bordfee007
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Registriert seit: 25.04.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 24
Standard FKK-Segel-Törn

Wie aus meiner Profil-Info ersichtlich ist, organisiere ich jedes Jahr privat - zusammen mit einem erfahrenen Skipper - einen sprtlich orienterten, 1-wöchigen textilfreien Segel-Törn auf einem Katamaran für Freunde der nahtlosen Bräune.

Unser diesjähriger Törn begann am 28.08.2009 mit der Anreise in Palma de Mallorca begann und am 05.09. dort - viel zu früh - wieder endete. Über die Gruppe „FKK-Segeln“ auf einer Internet-Plattform hat sich unsere Crew – 4 Frauen und 5 Männer - zusammen gefunden.

Alle hatten sich bei den vorab stattgefundenen Crew-Treffen in Frankfurt, Berlin und Aachen kennen gelernt. Fünf der Crew-Mitglieder waren zum aller ersten Mal auf einem Segeltörn.

Unser einziges Paar an Bord - der Rest war Single - hatte für uns einen Leihwagen gemietet und übernahmen den Transfer aller Crew-Mitglieder vom Flughafen zum Hotel „Horizonte“, in dem wir eine Nacht übernachteten. Nachdem die letzten dort eingetroffen waren, gingen wir noch zusammen in ein nettes spanisches Restaurant in der Nähe des Hotels, um zu Abend zu Essen und uns auf den gemeinsamen Törn einzustimmen.

Nach dem Frühstück am Morgen des 29.08. ging es dann mit dem unserem Mietwagen zum Yacht-Hafen der Chartergesellschaft CRUESA, wo uns unser 1. Skipper Peter bereits erwartete und wir unser schwimmendes Zuhause auf Zeit übernahmen.

Die SALINA48 hat einen Tiefgang von 1,10m und ist mit ihren 14,30m Länge, 7,70m Breite, 2 leistungsstarken Volvo-Dieselmotoren (40PS) und einer Segelfläche von 136qum laut unserem Skipper:“… das Feinste, was momentan in Palma in der Charter zu bekommen ist“.

Die SALINA wird laut Ausschreibung im Internet für bis zu 12 Personen angeboten und verfügt über 12 Kojen, wobei wir feststellen mussten, dass eine Belegung mit mehr als 10 Personen nicht optimal gewesen wäre.

Unter Deck - in jedem der beiden Rümpfe - befinden sich jeweils:
- 2 erstaunlich geräumige Doppel-Schlafkabinen,
- eine kleine Einzelkoje in der Spitze
- sowie 2 separate Nasszellen mit Toilette und Süßwasserdusche.
- Außerdem gibt es noch je eine „Notkoje“ im Durchgang - unmittelbar neben der Treppe, deren Belegung wir jedoch nicht empfehlen können! Eine der beiden – die auf der Steuerbordseite - wäre allenfalls als
Staufläche zumutbar!

Besonders komfortabel war das Platzangebot an Deck:
- angefangen beim Sonnendeck – unter dem das Beiboot Platz findet,
- dem überdachten Außenbereich mit Tisch und Sitzgelegenheit , an dem die ganze Crew ihre Mahlzeiten einnehmen kann
- und dem erhöhten Steuerstand, der bis zu 3 Leuten bequem Platz bietet. - Weiter geht es über den Salon mit Kartentisch, Funkgerät, GPS, Autopilot und Radio + CD
- Küchenbereich (ausgestattet mit 3flammigem Propangas-Kocher und -Backofen, Kühlschrank mit kleinem Eisfach, kompletter Kombüsenaus-stattung und Stauraum)
- bis zu dem riesigen Netz – vergleichbar mit einem Sicherheitsnetz im Circus – welches im vorderen Bereich zwischen den beiden Rumpfspitzen gespannt ist und ca. 6x3m groß ist. Tagsüber fanden auf dem Netz die
Sonnehungrigen Platz, die sich nicht davor scheuten, auch einmal während der Fahrt nass gespritzt zu werden. Nachts schlief ich dort unter freiem Himmel, wie in einer Hängematte. Ja, die SALINA ist schon ein echtes
(T)Raumwunder!

Doch nun wieder zu unserem Törn. Nach der Übernahme des Schiffes, mit Aufteilung der Kabinen und Verstauen der inzwischen getätigten Einkäufe, hieß es gegen 17:00 Uhr - bei nur mäßigwarmen Nieselwetter - endlich:
„Leinen los“. Unsere 1. Tour führte uns in eine kleine Bucht, unweit von Palma. Dort setzten wir Anker und Ivo wurde in seine verantwortungsvolle Aufgabe als Anker-Mann eingewiesen. Anschließend bereiteten wir zusam-men unser erstes gemeinsames Abendessen an Bord vor und saßen nach dem Sonnenuntergang noch lange zusammen.

Am nächsten Morgen, hieß es nach einem 1.Bad im Mittelmeer - bei um die 28°C Wassertemperatur - und dem Frühstück an Bord, „Ankerlichten“ und alles klar zum in See stechen. An den ersten beiden Tagen verbesserte sich zwar das Wetter und die Sonne schien wieder, doch hatten wir ziemliche Flaute. So kamen wir unter Segeln nicht wirklich voran und steuerten die nächsten Ziele unter Motor an. Immerhin konnten wir so schon einmal das Segelsetzen und einige Wendemanöver üben, ohne zu sehr auf die evtl. wechselnden Windrichtungen achten zu müssen. Und wir waren froh, dass wir uns vorab dafür entschieden hatten, nicht nach Ibiza zu segeln, sondern ein gemütliches Buchten-Hopping mit Stopps zum Baden zu machen.

Allmählich zog eine gewisse Routine in das Leben an Bord ein. Morgens hatten wir genügend Zeit, um zu Schwimmen, zusammen gemütlich zu frühstücken und abzuwaschen, bevor der Anker gelichtet wurde und wir unsere Segel in den Wind hielten. Dabei hatte jeder, der es wollte, die Möglichkeit, beim Segelsetzen von den Skippern eingewiesen zu werden und sich dabei aktiv mit einzubringen.

Unser Anker-Mann, der im richtigen Leben LKW-Fahrer ist, hatte besonders viel Freude daran, sich am Ruder in die Tätigkeiten eines Steuermannes einweisen zu lassen. Unter Aufsicht lenkte er uns einige Zeit durch die Wellen und ist nunmehr auch vom Segel-Virus infiziert. Wie segelten an der Küste Mallorcas entlang – den genauen Routen-Plan wird Skipper Peter später noch nachreichen - ankerten in schönen Buchten zum Schwimmen, oder gingen an Land, um frische Lebensmittel zu besorgen. Denn an Bord versorgten wir uns komplett selbst: während der Skipper Peter uns am Abend mit den feinsten kulinarischen Genüssen in mehreren Gängen verwöhnte, verzauberten uns besonders unser Paar tagsüber mit ihren leckeren Kreationen zum Mittag. Meine Waage zeigt wieder 2 Kilo mehr an – kein Wunder…

Und abends ankerten wir in abgelegenen Buchten, in denen wir zum Teil ganz alleine gewesen sind.

Außerdem übten wir das Manöver: „Mann über Bord“, bei dem ein über Bord geworfener Gegenstand wieder geborgen werden mußte.

Natürlich gibt es auf so einem Törn auch immer Dinge, die nicht so gut funktionieren. Selbst so ein modernes Schiff, wie die SALINA kämpft immer mal wieder mit den Tücken der Technik, wenn vielleicht auch nur indirekt.


So z.B. hatten wir am Abend des 2. Tages vor, in einer Strand-Bar einzukehren, um einen leckeren Sundowner zu schlürfen. Leider verließ uns der Außenbordmotor unseres Dinghis (Beiboot), mit dem wir zum Strand übersetzen wollten. Alle Reparaturversuche, unserer im Basteln erfahrenen Herren an Bord, brachten den Motor nicht dazu, auch vorwärts und nicht nur rückwärts zu laufen. Also wurde das Projekt Sundowner auf einen anderen Abend vertagt - einen neuen Außenborder bekamen wir am nächsten Tag.

Als nächstes traten Probleme mit dem Steuerbord-Motor auf. Plötzlich lief er unrund. Wir wurden telefonisch in einen kleinen privaten Yachthafen beordert, was beim Manövrieren mit dem defekten Motor nicht ganz so einfach war. Weil wir im Hafen am Steg jedoch nicht auskuppeln konnten, trat der Fehler nicht auf – typischer Vorführeffekt. Also wurden wir wieder los geschickt. Der Techniker meinte, wir könnten ja trotzdem noch segeln. Das haben wir ganz genauso gesehen, denn ein vergleichbares Ersatzschiff hätte eh nicht zur Verfügung gestanden - die SALINA ist nun einmal momentan das größte verfügbare Schiff vor Ort. Außerdem hatten wir auch keine Lust, noch einmal umzuziehen. Es wäre viel zu viel Zeit verloren gegangen und der Fehler war für die Sicherheit beim Segeln nicht relevant!

Die Krönung aber war der Ausfall des Ankermotors: kurz vor der Einfahrt in den Heimathafen wollten wir am letzten Tag alle nochmals in einer kleinen Bucht baden. Wir legten also Anker und hatten so um die 20m Ankerkette ausgelegt, während wir badeten. Beim Ankerlichten ging dann plötzlich gar nichts mehr. Die Skipper vermuteten ein Energieproblem, fanden auch die entsprechenden Sicherungen, an denen es aber nicht lag. Auch der Wechsel der Fernbedienung an einen anderen Anschluss am Steuerstand brachte nichts. Die Kette ließ sich nur aus - jedoch nicht einholen. Inzwischen lagen an die 30m Kette im Wasser. Auch ein Telefonat mit dem Techniker brachte keine wirkliche Hilfe. Es war inzwischen nach 17:00 Uhr und wir überfällig im Hafen!

Uns blieb daher nur, den Anker manuell aus dem Wasser zu holen. Dazu waren 5 ausgewachsene Männer nötig, die mit Hilfe eines Seils die Kette mit dem Anker über die Winsch des Hauptsegels aus dem Wasser zogen. Aber obwohl wir dadurch 1 1/2 Stunden später einliefen, war dies doch eine Aktion, in der die Männer der Crew sich noch einmal so richtig als Team zusammen beweisen konnten. Solch ein Erlebnis wird wohl für immer in der Erinnerung bleiben.

Auch das letzte Anlegemanöver - rückwärts am Steg, mit allen nötigen Tätigkeiten zur Sicherung des Schiffes - vor dem der Skipper mit so vielen Anfängern anscheinend etwas Bedenken gehabt hatte, funktionierte ganz hervorragend. Er hatte uns extra vorher darauf hingewiesen, dass dies wohl das schwierigste Manöver des gesamten Törns werden würde und es auf jeden "Mann" an Bord ankommt! Wir alle waren selber erstaunt darüber, wie gut es funktionierte.

Insgesamt bleibt festzustellen, dass wir zusammen einen harmonischen Törn verbracht haben, der alles in allem super funktioniert hat. Dies ist besonders bemerkenswert, weil ja über die Hälfte der Crew-Mitglieder noch nie auf einem Segel-Törn gewesen sind. Jeder Einzelne hat sich, seinen Möglichkeiten entsprechend, mit in das Leben an Bord eingebracht und so zum guten Gelingen des Törns beigetragen. Und jeder konnte sich in dem Maß, wie er es wollte, unbekleidet und frei an Bord bewegen. Mal abgesehen von einigen blauen Flecken und einem Sonnenbrand auf dem Rücken, sind alle wieder gesund und munter zurück an Land gekommen. Auch die SALINA ist mit samt dem Inventar komplett und unbeschadet wieder zurück an die CRUESA übergeben worden. Und einigen, das kann ich jetzt schon sagen, hat es Lust auf mehr Meer und FKK-Segeln gemacht…

LG

Bordfee

Fotos im Fotoalbum auf meiner Profilseite

Geändert von Bordfee007 (29.10.2009 um 18:50 Uhr)
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Alt 04.11.2010, 12:17   FKK-Segel-Törn Beitrag #2
Bordfee007
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Beiträge: 24
Standard Törn 2010

Wieder ist ein Jahr vergangen und auch in diesem Jahr hieß es wieder Leinen los auf einem textilfreien Törn für Freunde der nahtlosen Bräune.

Es war wie immer super schön! Und es gibt natürlich auch wieder einen Törnbericht:

Dieses Mal habe ich mich entschlossen, den Bericht über unseren Törn vom 4. bis 11. September nicht selber zu schreiben, sondern von einem unserer Crew-Mitglieder erstellen zu lassen. Anke, eine unserer Erst-Mitseglerinnen, hat sich bereit erklärt, dies zu übernehmen. Vielen Dank an sie.

Hier also ihr Bericht:

Zur Crew gehörten:

* Angie (die die Tour organisiert hat),
* Peter (un*ser Skipper und begnadeter Koch),
* Andrea (die zum ersten Mal mitkam und Freundin von Ivo)
* Ivo (Wiederholungstäter und schon etwas Segelerfahrung auf einem Katamaran hatte),
* Dieter (ein Mann aus Baden-Würt*temberg mit Segelerfahrung),
* Harald (un*ser „Iron-Man“, der als letzter zu der Truppe gestoßen ist)
* und ich (Anke, die sich mit dieser Tour einen Traum erfüllt hat).

Am Freitagabend landeten Angie und ich zusammen auf dem Flughafen von Palma de Mallorca. Wir wurden dort von Peter in Empfang genommen und mit unserem Mietwagen ins Hotel „Horizonte“ gebracht. Nach einer fast schlaflosen Nacht (lautstarke Äußerungen und Gesänge von einer Truppe junger Män*ner), hat Peter am nächsten Morgen als erstes Andrea und Ivo vom Flugplatz abgeholt. Später, nach einem gemeinsamen Frühstück zu viert, kamen noch Dieter und schließ*lich auch Harald am Flughafen an. Als alle im Hotel angekommen waren, sind Peter, Harald und ich mit dem Mietauto einkaufen gefahren.

Inzwischen gingen Andrea, Angie und Dieter an Bord unseres Katamarans vom Typ Belize 43 (13 m lang, 7 m breit, 111 qm Segelfläche) und haben das vorhandene Inventar überprüft. So konnte man schon mal sehen, was es alles an Bord gibt und wo es verstaut ist. Teilweise hört es sich für einen Erst-Segler sehr abenteuerlich an, was da alles so an Bord ist.

Nachdem Gepäck und Einkauf an Bord verstaut waren, die Inventurliste vom Vercharterer abgenommen und letzte Reparaturen erledigt worden waren (es war gegen 18.00 Uhr) sind wir zu unserer ersten Übernachtungsstelle Punta Negra aufgebrochen. Dabei mussten wir gleich nach dem Hafen in Palma einem Riesenpott ausweichen. Das war vielleicht spannend!

Die kleine Bucht war ziemlich voll (offensichtlich hatten andere auch die Idee, dort zu übernachten) und wir hatten ein paar kleine Schwierigkeiten einen geeigneten Ankerplatz zu finden, an dem wir den anderen Schiffen nicht zu nahe kamen. Hinzu kam, dass es bereits langsam dunkel wurde. Aber wir haben es geschafft und konnten endlich ins Wasser springen...

Wer weiter lesen möchte darf dies gerne auf meiner HP machen, sonst wird es hier zu lang. Dort gibts auch die ersten Fotos zu sehen:
_________________
www.fkk-segeln.org

...und ich habe auch hier ein Album mit fotos für Euch eingestellt

HG
Angie
Bordfee007 ist offline   Mit Zitat antworten
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